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Forum - "In deiner Schuld"
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Löwenjunges (733 Posts bisher) |
Seite 2, mein letzter Post - hab einen Absatz hinzugefügt^^ | |||
Löwenjunges (733 Posts bisher) |
Herr Vheynes fuhr mich mit seinem Auto nach Hause. Es war ein kleines, kompaktes Fahrzeug, vollkommen unpassend zu dem riesigen Anwesen, in dem er wohnte. Ich saß auf der Beifahrerseite und beobachtete die vorbeiziehenden Häuser. Schweigen füllte den engen Raum und die Stille fühlte sich ungewohnt an, doch nach den drei Stunden Training, in denen Herr Vheynes mir lautstark Anweisungen zugerufen hatte, genoss ich diese Atmosphäre. Ich lehnte meinen Kopf an die kühle Scheibe. Noch immer waren meine Haare feucht von Schweiß, obwohl Herr Vheynes mir ein Handtuch gegeben hatte, mit dem ich sie hatte trocknen können. Auch hatte er mir angeboten zu duschen, doch ich lehnte ab. Einerseits wollte ich ihm nicht noch mehr von seiner Zeit nehmen, andererseits musste ich mich beeilen, nach Hause zu kommen. Es war schon relativ spät und ich hatte noch das Abendessen vorzubereiten. Das Auto hielt und ich hob den Kopf. Herr Vheynes hatte am Straßenrand geparkt. Oben auf dem Hügel stand der alte Betonklotz und wurde mitsamt den benachbarten Häusern von den letzten Sonnenstrahlen beschienen. „In zwei Tagen um Punkt drei Uhr nachmittags. Hier“, waren seine Worte, bevor ich ausstieg. „In Ordnung“, sagte ich. Er nickte mir zu und ich schloss die Autotür. Er fuhr davon. Ich war gerade dabei, die Wäsche aufzuhängen, als mich das Läuten der Haustürklingel aus meiner Tätigkeit aufschreckte. Ich legte die restlichen Klamotten beiseite und spähte hinaus. Ein Stockwerk über mir wurde das Fenster aufgerissen und gleich wieder geschlossen. Unten auf dem Weg, der von der Hauptstraße den Berg hinauf und hierher führte, stand Luka. Ich drehte um und verließ eilig die Wohnung, rannte die Treppe hinunter und zur Tür des großen Hauses. Schwungvoll öffnete ich sie. „Hey, Luka!“ „Hi, Siver. Cool, dass du daheim bist.“ „Nur bis Drei. Dann holt mich Herr Vheynes zum Training ab.“ „Du ziehst das echt knallhart durch.“ Luka lachte. Zurück in der Wohnung setzten wir uns auf die Coach im Wohnzimmer, die schon etwas kaputt und zerschlissen, dafür aber wirklich gemütlich war. “Natürlich“, sagte ich. „Ich bin es satt, die ganze Zeit schikaniert zu werden.“ Luka´s Lächeln verschwand und er nickte ernst. „Ich würde am Liebsten mit dir trainieren, wenn ich nur genug Zeit hätte.“ „Überleg´s dir gut“, sagte ich und grinste frech. „Herr Vheynes ist unglaublich streng. Und unglaublich begabt.“ Ich sprang auf und boxte mit der Faust in die Luft. „Zack und Zack und Zack!!“ Wir brachen in Gelächter aus. „Er hat mir schon oft Scheinkämpfe vorgeführt. Ich hab mich gefühlt, wie in einem Action-Film.“ „Hast du schon letztes Mal gesagt“, meinte Luka daraufhin. Ich nickte. „Und du gleich wieder: „Das würde ich zu gern auch mal sehen“ oder so.“ Jetzt stand auch er auf und schlug nach mir. „So, du großer Meister im Kampf. Jetzt zeig mal, was du gelernt hast!“ Ich kniff die Augen zusammen und ging in Stellung. „Wie du willst.“ Er schlug erneut nach mir, ich fing den Schlag ab, packte seinen Arm, drehte ihn Luka blitzschnell auf den Rücken und rang ihn zu Boden. „Hey!“, protestierte er. „Ich war gar nicht vorbereitet.“ „Das war gar nichts“, gab ich zu. „Nur einer der leichtesten Tricks.“ Er wand sich aus meinem Griff und ich ließ mich zurück auf die Coach plumpsen. „Ich wette, jetzt kannst du es sogar mit diesem Rico aufnehmen.“ „Nach fünf Trainingseinheiten? Na, ich weiß nicht...“ Ich drehte den Kopf zu meinem Freund und musterte ihn kurz. „Er ist nicht allein unterwegs, Luka. Und er lauert mir auf. Vor zwei Tagen habe ich ihn in diesem Viertel gesehen. Er meint es ernst mit seiner Rache. Sehr ernst.“ Luka senkte den Blick. „Mit denen ist echt nicht zu spaßen...“, gab er leise zu. „Ich will es mit ihnen allen aufnehmen können“, sagte ich energisch. „Ich will ihnen zeigen, dass sie nicht die Könige der Stadt sind; dass sie sich nicht alles erlauben können.“ Er neigte den Kopf. „Ich bewundere deine Zuversicht. Aber glaubst du denn, dass du mal so gut wirst?“ Wut wallte in mir auf. Nicht gegen Luka - gegen seine Worte. „Ich bin nicht, nach was ich aussehe“, zischte ich. „Hast du das von Herrn Vheynes?“ Ich nickte knapp. „Er sollte Psychologe werden.“ Luka begann zu grinsen und auch ich konnte nicht länger ernst bleiben. „Lauf, Siver! Lauf!!“ Ich drehte meine Runden durch die Halle. „Schneller!“ Statt zu beschleunigen, wurde ich langsamer. „Herr Vheynes...“ Ich keuchte erschöpft. „Nicht aufgeben! Niemals stehen bleiben!“ Er sprang zu mir, lief an meiner Seite weiter und trieb mich an, trieb mich an meine Grenzen. Wie in jeder seiner Trainingsstunden. Ein stechender Schmerz schoss in meinen Knöchel - ich war umgeknickt, hatte vor Müdigkeit nicht auf meine Schritte geachtet. Ich fiel auf die Knie, stand nicht wieder auf. Herr Vheynes stoppte, stemmte die Hände in die Hüften und blickte auf mich herunter. „Du bist zu mir gekommen. Heute und in den letzten Wochen, damit ich dir helfe. Du erwartest von mir, dass ich dir Stärke gebe. Stärke, Probleme zu meistern.“ Ich rieb mir den Knöchel, hatte den Kopf jedoch erhoben und sah den Lehrer an, erwiderte seinen stechenden Blick. Ich wagte nicht einmal zu nicken, wollte ihn nicht unterbrechen. Und er fuhr fort. „Doch, Siver, werde ich dir nicht die Hilfe geben, die du willst.“ Er hob das Kinn. „Ich werde dir die Hilfe geben, die du brauchst.“ Kurz sah es so aus, als wollte er mir die Hand reichen, um mir aufzuhelfen, doch er überlegte es sich anders, drehte sich um und ging. | |||
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